Kleine Teekunde Rooibushtee
Vom wilden Strauch zum Familiengetränk
Die Geschichte des Rotbuschs
Die Geschichte des Rotbuschtees ist nicht so alt wie die
von schwar-
zem oder grünem Tee. Er besitzt nicht deren Verschränkungen mit
der traditionellen Philosophie. Dennoch wird auch seine Entwicklung
durchaus von legendären Persönlichkeiten begleitet.
Über seine gesundheitlichen Vorzüge kamen vor allem in den letzten
Jahrzehnten immer neue Erkenntnisse hinzu - wobei seine ganz große Zeit
als Getränk für Wohlbefinden und Gesundheit sicherlich noch kommen
wird.
Die Entdeckung als Teepflanze
Niemand kann genau sagen, wie alt der Rotbusch oder Rooibos an sich
ist, wie viele Jahrtausende es ihn als eigenständige Pflanzengattung
bereits auf dieser Welt gibt. Auch weiß keiner genau, wann die
ersten Menschen in den Cedarbergen Südafrikas nahe Kapstadt damit
begannen, ihn als Tee zuzubereiten.
Im Jahr 1904 wurden sie jedoch von einem russischen Einwanderer
und Pionier namens Benjamin Ginsberg dabei beobachtet, und er war
es auch, der mit ihnen als erster in den Rotbuschhandel eintrat. Als
Sohn einer alten Teehändlerfamilie wusste Ginsberg auch, wie man
den Rotbusch als Tee vermarkten konnte.
Eine seiner Ideen war es beispielsweise, den Rotbuschtee als kleine
Probepackungen in den Straßen Kapstadts zu verteilen. Auf diese
Weise wurde der Tee nicht nur unter der weißen Bevölkerung be-
kannt, die Nachricht davon erreichte auf dem Seeweg dann schließ-
lich auch Europa.
Der Bedarf nahm schnell zu
Schon bald konnte der Bedarf an Rotbusch durch die wenigen wild
wachsenden oder recht notdürftig kultivierten Rotbüsche nicht mehr
gedeckt werden. Da trat 1930 Dr. Petter le Fräs Nortier auf den Plan,
ein Arzt und leidenschaftlicher Botaniker. Zusammen mit einigen
Farmern entwickelte er Methoden zur feldmäßigen Kultur von
Rotbusch. Wichtige Tipps dafür holte man sich bei indischen Ein-
wanderern, die aus ihrem Heimatland, das gerade einen gewaltigen
Teeboom erlebte, ein Menge Know-how in Sachen Teeplantagen mit-
brachten. Die Bemühungen von Dr. Nortier und seinen Mitstreitern
mündeten schließlich in der Züchtung einer Rotbuschsorte, die
nach
dem Arzt benannt wurde und viele Jahre als Grundlage für die gesamte Rotbuschproduktion
diente.
Die euphorischen fünfziger Jahre
Binnen kurzem entwickelte sich rund um das südafrikanische Städt-
chen Clanwilliam, dem Heimatort von Dr. Nortier, ein blühender
Rotbuschanbau. Die Euphorie der dortigen Farmer war so groß, dass
sie immer ausgeklügeltere Anbaumethoden entwickelten und immer
mehr Rotbuschtee produzierten - und dabei vergaßen, dass eine groß angelegte
Produktion auch einen entsprechenden Absatzmarkt
braucht, um Profit abwerfen zu können. Die Folge: Anfang der fünf-
ziger Jahre brach der Preis für Rotbusch zusammen, und zahlreiche
Farmer - vor allem die kleineren - gingen Pleite.
Daraufhin wurde 1954 auf Drängen der Erzeuger eine staatliche Be-
hörde eingerichtet, die nicht nur die Produktionsmengen kontrollie-
ren, sondern auch auf Hygiene und Qualität des Rotbuschtees achten sollte:
das »Redbos-Tea-Control-Board«. Der Rotbuschanbau wurde auf bestimmte
Bezirke im westlichen Kapland zwischen den Distrikten Paarl im Norden und Vanrhynsdorp-Calvinia
im Norden be-
schränkt. Darüber hinaus unterstützt das seit 1993 privatisierte
Board
zusammen mit der Universität Stellenbosch die Forschungen zum
Rotbusch und seinem Tee.
Rotbusch wird weltweit exportiert
Gegenwärtig sind über 300 Farmer mit dem Anbau
von Rotbusch beschäftigt. Der Tee wird in fast 140 Länder exportiert,
oft allerdings unter abenteuerlichen Namen wie »Massai-« oder »Buschmanntee
Er ist preiswerter als die üblichen Grün- und Schwarzteesorten aus
China, Japan und Indien.
Doch trotz seiner wissenschaftlich erforschten wohltuenden Wirkungen, seiner
exotischen Namen und seines geringen Preises gelang es dem Rotbusch bislang
nicht, die rührende Rolle des schwarzen Tees auf dem weltweiten Teemarkt
auch nur anzukratzen. Allerdings darf man nicht vergessen, dass auch der grüne
Tee recht lang brauchte, um sich aus dem Schatten seines »schwarzen Bruders« zu
befreien, obwohl er nachgewiesenermaßen viel gesünder ist. Daher
ist es wohl auch beim Rotbusch nur eine Frage der Zeit, bis er sich in unseren
Breiten als Alltagsgetränk etabliert.
Botanik und Anbau
Viele Namen für ein Getränk
Die Südafrikaner nennen ihr Nationalgetränk meistens Rooibostee,
wobei das Rooi wie ein lang gezogenes Rooo und der Buchstabe i kurz gesprochen
wird. Es finden sich aber auch Namen wie Redbush-, Rotbuschsie-, Redbos- oder
Koopmans-Tea. In Deutschland kommen häufig Phantasienamen wie Massai-
oder Buschmanntee vor, obwohl der Tee keinerlei Bezug zu diesen Völkerstämmen
besitzt (die Massai beispielsweise leben in Kenia und Tansania, der Rotbusch
wächst hingegen in Südafrika).
Lateinisch heißt der Rotbusch Aspalathus linearis. Die zu den Legu-
minosen zählende Aspalathusgruppe zählt mehr als 200 Arten, die
allesamt nur in Südafrika wachsen. Doch nur der Linearis kann be-
denkenlos getrunken werden.
Von den anderen Arten lassen sich wohl ebenfalls einige trinken - und
sie werden in Südafrika auch gelegentlich konsumiert -, doch ihr Ver-
zehr ist aufgrund einiger giftiger Inhaltsstoffe problematisch. Aspala-
thus linearis ist hingegen vollkommen giftfrei, er enthält noch nicht
einmal Koffein. Und durch die Kontrolle der Rooibos-Limited-
Organisation wird auch sicher ausgeschlossen, dass er mit anderen
Aspalathusarten vermischt wird.
Die verschiedenen Sorten
Der Urvater aller heute erhältlichen Rotbuschsorten ist der »Rocks-
land Nortieria« oder »Red tea Nortieria«, benannt nach dem
Arzt
und Botaniker Dr. Nortier, der den Anfang des Jahrhunderts noch
wild an den nördlich von Kapstadt gelegenen Cedarbergen wachsen-
den Strauch kultivierte.
Heute versucht man freilich, weitere Typen zu entwickeln, die noch
produktiver sind, noch länger leben und noch widerstandsfähiger ge-
genüber Schädlingen sind als die ursprüngliche Nortier-Sorte.
Ge-
schmacklich und auch vom Wirkstoffgehalt bestehen zwischen den
neuen Typen jedoch keine nennenswerten Unterschiede, weswegen
man sie denn auch für unseren europäischen Hausgebrauch nicht unbedingt
erwähnen muss.
Das Aussehen des Strauchs
Es handelt sich bei Aspalathus linearis um einen niederliegenden bis
steif-aufrechten Strauch mit langen Trieben, die sich beugen wie An-
gelruten. Der ganze Strauch wird etwa einen bis anderthalb Meter
hoch. An den Ruten findet man zahllose dünne bis sehr dünne, beblätterte
Seitenästchen, die dem Rotbusch sein buschförmiges Aussehen verleihen.
Die Blätter stehen meistens aufrecht, sie sind 10 bis 50 Millimeter lang
und etwa einen Millimeter dick. In ihrem Aussehen erinnern sie an Kiefernnadeln.
Sie sind spärlich behaart und wie ein Stachel zugespitzt, jedoch keineswegs
stechend, was natürlich für die Erntearbeiter eine große Erleichterung
ist.
Für gutes Wachstum braucht der Rotbusch ausgiebigen Regen wäh-
rend der Wintermonate; sein aktives Wachstum startet er allerdings
erst im Frühjahr. Er scheint dann regelrecht zu explodieren, um vom
Sommer ab sein Wachstum deutlich zu drosseln und es schließlich im Herbst
ganz einzustellen. Der Rotbusch blüht meistens im Oktober.
Die gelben Blüten sitzen auf kurzen Stielen und erinnern in ihrer
schmetterlingsartigen Form an die Blüten des Ginsters. Aus ihnen
entwickeln sich derbwandige Früchte, die nach der Reifung gelbbrau-
ne, hartschalige Samen in die Welt entlassen.
Die Verarbeitung zum Tee
Die Erntezeit
18 Monate alt muss ein Rotbusch sein, um erstmals geerntet werden
zu können. Sein optimales Produktionsalter hat er mit drei Jahren er-
reicht, danach liefert er noch etwa acht bis neun Jahre lang nennens-
werte Erträge. Im Alter von zehn Jahren muss ein Rotbusch in der
Regel einer jüngeren Pflanze Platz machen, auch wenn er eigentlich
doppelt so alt werden könnte. Erntezeit ist von Sommer bis Früh-
herbst, dann also, wenn das Wachstum des Buschs ruht. Dabei werden die Zweige
etwa 30 bis 40 Zentimeter über dem Boden - per Sichel oder per Maschine
- abgeschnitten und in Bündeln eingebracht.
Fermentation und Trocknung
Die Verarbeitung der Rotbuschernte erfolgt in Sammelstellen, die
vom südafrikanischen Gesundheitsamt kontrolliert werden. Die
Zweige werden durch Häckselmaschinen in vier Millimeter lange
Stücke zerkleinert und durch Rollmaschinen gequetscht. Anschlie-
ßend werden sie mit reinem Wasser angefeuchtet und zu 15 bis
20 Zentimeter hohen Haufen aufgeschüttet. Hier überlässt man
sie
8 bis 24 Stunden der Fermentation, d.h., man setzt sie - ähnlich wie
beim schwarzen Tee - natürlichen chemischen Prozessen aus, bei denen bestimmte
Stoffe zersetzt, andere Stoffe aber auch wieder neu gebildet werden. Die von
Natur aus grünen Rotbuschzweige werden dabei rotbraun, gewinnen also jene
Farbe, die man später auch von ihrem Tee her kennt. Während der Fermentation
entwickelt der Rotbusch auch sein fruchtiges Aroma.
Anschließend werden die Rotbuschzweige so lange in der Sonne ge-
trocknet, bis ihr Feuchtigkeitsgehalt bei etwa zehn Prozent liegt. An
diesem Punkt werden bereits die ersten Kontrollen durchgerührt. Die
fermentierte Ware wird auf Reinheitsgrad, Schnittlänge, Aroma, Far-
be und Feuchtigkeitsgehalt hin geprüft.
Reinigen und Pasteurisieren
Im nächsten Verarbeitungsschritt werden die Rotbuschzweige durch
spezielle Maschinen gesiebt, um Schmutz und größere Aste herauszufiltern.
Anschließend wird der Tee mit Hilfe von heißem Wasserdampf pasteurisiert,
um ihn vor Insektenfraß und anderem Parasitenbefall zu schützen.
Schließlich wird er abgewogen und in Beutel verpackt. Der Beutelinhalt
wird dann der zweiten Kontrolle unterzogen, wobei neben Aroma, Geschmack, Schnittlänge
und Feuchtigkeitsgrad auch ein eventueller Schädlingsbefall überprüft
wird.
Kaufen und lagern
So sollte Rotbuschtee aussehen
Aufgrund der strengen Kontrollen hat der Rotbuschtee, wenn er aus
Südafrika kommt, eine recht hohe Qualität. Diese Kontrollen geben
wohl eine gewisse Sicherheit - eine Qualitätsgarantie für den Tee,
den wir bei uns in der Tasse haben, gewähren sie jedoch nicht. Denn der
Weg von Südafrika bis nach Mitteleuropa ist lang, ganz zu schweigen von
dem, was einem Tee in unseren Gefilden alles passieren kann, bis er endlich
im Regal des Teegeschäfts steht.
So sieht guter Rotbuschtee aus: Er sollte aus 0,2 bis l Millimeter
dicken und drei bis vier Millimeter langen aromatischen Blatt- und
Zweigstückchen bestehen. Dazwischen dürfen sich ruhig ein paar hellere,
etwas holzigere Aststücke befinden. Blattspitzen sollten hingegen ebenso
selten sein wie die kurzen Blattstiele. Wichtig: Wenn Stiele im Tee sind, dürfen
sie keine Verzweigungen oder Nebenblätter haben - das weist deutlich auf
eine Verfälschung des Tees mit anderen Pflanzen hin.
Tipps für den Einkauf
Grundsätzlich gilt bei jedem Tee: Kaufen Sie nicht zu billig und nicht
zu teuer! Rotbuschtee von hoher Qualität zeigt eine intensiv rotbraune
Farbe.
Vergilbte Blätter verweisen auf ein minderwertiges Produkt und soll-
ten beanstandet werden. Einige helle und zerquetschte
Aststückchen im Tee sind hingegen normal.
Frischer Rotbuschtee verbreitet ein angenehm fruchtiges Aroma.
Teebeutel aus Rotbusch sind in Deutschland nur sehr selten zu be-
kommen. Und das ist auch gut so, denn der offen aufgegossene Tee
schmeckt erheblich besser.
Worauf Sie beim Lagern achten sollten
Rotbuschtee muss immer gut verschlossen und trocken aufbewahrt
werden. Verwenden Sie dazu Dosen aus Holz, speziellem Blech oder
Porzellan; auch lichtundurchlässige Teebeutel sind geeignet.
Die Rotbuschzweige werden mit einem normalen, trockenen Tee-
löffel aus der Dose genommen, wenn Sie sich einen Aufguss bereiten wollen.
Ein Metalllöffel sollte jedoch nicht im Behälter bleiben.
In einer Teedose darf nichts anderes als die einmal ausgewählte
Teesorte lagern. Auch sollte sie nicht mit Spülwasser gereinigt wer-
den, denn, wie andere Teesorten auch, nimmt Rotbusch sehr schnell
andere Aromen an. Zum Reinigen der Dose reicht das Auswischen
mit einem trockenen Lappen.
Der ideale Lagerort für Rotbuschtee ist kühl und dunkel, es sollte
kein Dampf und keine starke Wärme in seiner Nähe sein. Dunstab-
zugshauben oder Heizkörper sollten also möglichst weit entfernt sein,
auf dem sonnigen Fensterbrett hat er ebenfalls nichts zu suchen.
Absolut falsch: den Rotbuschtee im Kühlschrank zu lagern. Im
Kühlschrank befinden sich die unterschiedlichsten Lebensmittel, de-
ren Aromen ihren Weg zum Teil auch durch geschlossene Teedosen
und -beutel finden. Ein weiteres Problem ist die Feuchtigkeit im
Kühlschrank. Auch ist sie imstande, sich bis zum Rotbusch durchzu-
arbeiten. Außerdem müssen Sie ja den Behälter aus dem Kühlschrank
entnehmen, wenn Sie Ihren Tee zubereiten wollen. Dadurch kommt es zu großen
Temperaturschwankungen, die dem Aroma des Tees erheblich schaden können.
Auch wenn Sie nur kleine Mengen aus dem ursprünglichen Tee-
behälter nehmen, sollten Sie diese vor dem Lagern abpacken.
Optimal aufbewahrter Rotbuschtee kann zwölf Monate lang la-
gern, ohne dabei an Geschmacksqualität zu verlieren (seine medizinische
Qualität und auch sein Geruch haben allerdings in dieser Zeit schon etwas
eingebüßt).
Die richtige Zubereitung
Die Frage nach dem Wasser
Immer wieder hört man, dass das Trinkwasser in Deutschland von
schlechter Qualität und daher nicht für den Teegenuss geeignet sei.
Der Verkauf von so genannten Trinkwasserfiltern boomt, und deren
Hersteller haben natürlich ein großes Interesse daran, den Verbrau-
cher von der Notwendigkeit ihrer Geräte zu überzeugen.
Tatsache ist, dass von gesundheitlicher Seite nichts gegen unser
Trinkwasser einzuwenden ist. Schon Vorjahren erklärte das damalige
Bundesgesundheitsamt: »Das von den Wasserwerken angelieferte
Thnkwasser ist gesundheitlich unbedenklich. Es muss nicht zusätz-
ich aufbereitet werden, Kleinfilter zu seiner Aufbereitung sind daher
licht erforderlich.« Anders sieht es mit der geschmacksverändernden
Wirkung des deutschen Wassers aus. Hier können die Unterschiede
von Region zu Region in der Tat sehr gravierend sein, Mineralien-
rehalt und Härtegrad von bestimmten Wassern können aus einem edlen
Tee eine unangenehme Brühe machen. Die Gefahr der Ge-
schmacksveränderung ist jedoch bei grünem und schwarzem Tee
höher als beim Rotbusch, der durch seine intensive Fruchtigkeit die
verfälschenden Nuancen aus dem Wasser eigentlich immer gut überdecken
kann. Die Anschaffung eines Trinkwasserfilters ist daher für ihn in der
Regel überflüssig.
Das Zubehör
Im Unterschied zu grünem und schwarzem Tee existiert zum Rot-
busch keine ausgeklügelte Philosophie und auch keine hoch
entwickelte Zeremonie. Sein Charakter besteht ja gerade darin, bo-
denständig zu sein, für jeden Menschen erfahr- und genießbar
zu sein - gleichgültig, ob er kulinarisch-kulturell feinsinnig ist oder
eher dem dick belegten Wurstbrot zugetan ist, gleichgültig, ob er ein
Senior mit jahrelanger Küchenerfahrung ist oder ein kleiner Säugling,
der in erster Linie auf süße Geschmacksnoten reagiert. Aus diesem
Grund gibt es für die Rotbuschzubereitung auch kein spezielles Zubehör.
Sie brauchen nichts weiter als:
Einen Kessel aus rostfreiem Edelstahl oder einem anderen Metall,
in dem das Wasser aufgekocht wird (Aluminiumkessel stehen aller-
dings im Verdacht, im Lauf der Zeit Krebs erregende Stoffe an das
Wasser abzugeben).
Eine Kanne, in die getrost mehrere Liter hineinpassen dürfen. Sehr
schön ist eine Glaskanne, weil darin das unvergleichliche Abendrot
des Rotbuschtees am besten zur Geltung kommt.
Ein paar Tassen oder Gläser, wobei letztere wiederum die Farbe
von Rotbusch sichtbar machen.
Einen Filter oder ein Teesieb. Wenig zweckmäßig ist ein Teeei, da
die feinen Nädelchen des Rotbuschs mitunter durch die Poren des Eis schlüpfen
und in den Teeaufguss übergehen. Ähnliches gilt für Kannen oder
Tassen, die mit einem Kunststoff- oder Glassieb ausgerüstet sind. Es ist
zwar nicht ungesund, die eine oder andere Rotbuschnadel zu verschlucken, aber
das Trinkerlebnis ist doch angenehmer, wenn der Tee »clean« ist.
Der beste Filter besteht aus feinem Stoff, der locker in einem Ring
aufgespannt ist.
Mehrere Aufgüsse sind möglich
Wie beim grünen Tee, so sind auch beim Rotbusch bis zu drei Auf-
güsse möglich. Geschmacklich stehen sie dem ersten Aufguss in
nichts nach.
Der erste Aufguss hat jedoch schon die Inhaltsstoffe des Tees zum Teil aus
ihren festen Verbindungen gelöst, so dass die Folgeaufgüsse nur noch
30 bis 60 Sekunden lang ziehen müssen. Allerdings ist ihr Gehalt an Vitamin
C geringer als beim ersten Aufguss.
Die Vorteile von Rotbusch gegenüber
anderen Teesorten
Nur wenig Tannin
Tannine zählen wohl zu denjenigen Gerbstoffen, die durch ihren ger-
benden Einfluss auf die Proteine eine Schutzschicht auf Haut und
Schleimhäuten bilden und auf diese Weise heilsam bei Durchfall,
Entzündungen von Darm, Bindehaut oder Zahnfleisch und Erkran-
kungen der Scheide sein können. Wenn sie jedoch mit Eisen und Kalzium
in Kontakt kommen, gehen sie mit den beiden wichtigen Mineralien Verbindungen
ein, die unser Körper nicht auflösen kann. Die Folge: Eisen und Kalzium
werden praktisch ungenutzt durch unseren Körper geschleust und am Ende
ihrer Wanderung wieder ausgeschieden. Tannine blockieren also die Aufnahme
der beiden Mineralien, und dadurch werden sie zu einem medizinischen Problem
- und dies nicht nur für Menschen, die bereits an Eisen- oder Kalziummangel
leiden, sondern auch für Sportler, Kinder und Schwangere, die einen erhöhten
Eisen- und Kalziumbedarf haben. Besonders reich an Tanninen ist schwarzer Tee,
man findet aber größere Mengen auch in gerbstoffreichen Heiltees
wie etwa Eichenrinden- und Blutwurztee.
Rotbusch ist hingegen unproblematisch, sein Tanninwert erreicht nur
ein Zwölftel von dem des schwarzen Tees.
Absolut frei von Koffein
Koffein ist ein Aufputschmittel, das in Kaffee- und Kakaobohnen so-
wie in Teeblättern und Kolanüssen vorkommt. Es ist wasserlöslich
und reichert sich dadurch relativ rasch in den Getränken an, die aus
den oben genannten Gewächsen hergestellt werden. Im grünen Tee
ist es an Gerbstoffe gebunden, so dass es mit mehr oder weniger starker Verzögerung
von unserem Organismus aufgenommen wird. Wer grünen Tee allerdings nur
kurz (etwa zwei Minuten lang) ziehen lässt, erreicht auch hier recht hohe
Koffeinwerte in seinem Blut, da dann nicht genügend Zeit für die
Gerbstoffe bleibt, die Koffeinmoleküle an sich zu ketten.
Koffein wirkt anregend auf das Herz und das zentrale Nervensystem,
es erzielt dadurch eine kurzfristige Steigerung der Aufmerksamkeit.
Es stimuliert die Ausschüttung der Magensäure und die Wasseraus-
scheidung, auch die Atemwege werden durch Koffein weiter gestellt.
Deshalb werden Tee und Kaffee vor allem zu und nach den Mahlzei-
ten getrunken, da sie die Verdauung anregen und die durch das Ner-
vensystem eng gestellten Atemwege wieder öffnen.

